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Das Job-Wunder

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt scheint ein Wunder zu geschehen: Obwohl Deutschland im vergangenen Jahr die tiefste Rezession seit Kriegsende erlebt hat, ist der Arbeitsmarkt bis heute stark geblieben. Mehr noch: Die Mai-Arbeitslosigkeit fällt sogar auf den tiefsten Wert seit 18 Jahren. Das ist beeindruckend - und erklärbar. Erstens haben alle Arbeitsminister seit Norbert Blüm viel Eifer darauf verwendet, die Statistiken zu schönen. Das drückt auch aktuell die Arbeitslosenzahl um über 100 000. Zweitens hat die staatlich geförderte Kurzarbeit viele Betriebe davon abgehalten, ihre Mitarbeiter zu entlassen - noch immer sind 800 000 in Kurzarbeit. Jetzt, wo Aufträge und Umsätze wieder zulegen, zeigt sich, dass sich das Durchhalten lohnt. Drittens und vor allem profitiert der Arbeitsmarkt von der Agenda 2010. Die Reform hat Gerhard Schröder das Amt gekostet, die deutsche Wirtschaft hat sie von Grund auf verändert. Erst seit Hartz IV tut es wirklich weh, arbeitslos zu werden. Umso ärgerlicher ist es, dass die CDU-geführte Bundesregierung 2007 die große Reform durch die Verlängerung der Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld I geschwächt hat und auch die Sigmar-Gabriel-SPD ihr Heil wieder in Kuschel-Politik sucht.

(Textquelle: Antje Höning, Rheinische Post.de)

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