
Düsseldorf, 05. Mai 2008 - McKinsey stellt Studie "Deutschland 2020" vor – Dynamisierung der Wirtschaft ermöglicht nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt – Hightech-Sektor, Gesundheitswesen, Logistik und Handel als zukünftige Jobmotoren der deutschen Wirtschaft.
Bis zum Jahr 2020 ist in Deutschland eine nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt möglich. Gelingt der Volkswirtschaft eine Dynamisierung des Wachstums auf jährlich 3 Prozent, müssen bis 2020 rund 6,1 Millionen Arbeitskräfte mobilisiert werden, um die Nachfrage zu decken. Das geht aus der Studie "Deutschland 2020" der Unternehmensberatung McKinsey & Company hervor. "3 Prozent Wachstum sind nötig und möglich für Deutschland", sagt Frank Mattern, Deutschlandchef von McKinsey. Bei einer erfolgreichen Dynamisierung steigt das mittlere Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von zuletzt rund 25.000 Euro im Jahr 2006 auf etwa 36.000 Euro im Jahr 2020.
Für die Studie "Deutschland 2020" analysierte die Unternehmensberatung die Chancen und Perspektiven der hiesigen Schlüsselbranchen und fügte die Ergebnisse zu einem gesamtwirtschaftlichen Bild zusammen. Danach bieten Sektoren wie Hightech, Gesundheit, Logistik und Handel die besten Aussichten, zu den Hauptwachstumstreibern und Jobmotoren in Deutschland zu gehören.
Ein Wachstum von 3 Prozent ist nach Analysen von McKinsey erforderlich, um die gewohnten Lebens- und Sozialstandards zu halten. Nur dann können breite Schichten der Bevölkerung von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren und kann die finanzielle Sicherung der Sozialsysteme gewährleistet werden. Bei weniger Wachstum gerät die Mittelschicht weiter unter Druck, da die wirtschaftliche Basis für breiten Wohlstand entfällt.
Das deutsche Wachstumsmodell beruhte in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf Produktivitätsgewinnen. Dieses Konzept stößt nun an seine Grenzen. Mattern: "Ein nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung setzt eine neue Sichtweise voraus. Weg von Investitionen in bestehende Strukturen hin zu Wachstum durch Innovationen."
Gleichzeitig sind bessere Rahmenbedingungen erforderlich, die ein Entfesseln der vorhandenen Wachstumspotenziale ermöglichen. Zu den dringlichsten Aufgaben zählen laut McKinsey eine Stärkung des Unternehmertums, ein verbesserter Zugang zum Kapitalmarkt, Strukturreformen an den Universitäten, ein Schließen von Qualifikationslücken am Arbeitsmarkt, die Sicherung von Chancengleichheit in der Bildung sowie gezielte Investitionen in die Infrastruktur.
Für die Studie "Deutschland 2020" hat McKinsey die Branchen Automobil- und Maschinenbau, Chemie, Hightech, Banken, Versicherungen und Asset Management, Konsumgüter, Gesundheitswesen, Transport und Logistik, Telekommunikation sowie den öffentlichen Sektor untersucht und zwei Szenarien für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2020 formuliert. Das Basisszenario rechnet mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent bis 2020. Das Chancenszenario legt einen Wachstumspfad von 3 Prozent zu Grunde.
Quelle: http://www.mckinsey.de/html/presse/2008/20080505_d2020.asp

DEUTSCHLAND 2020 Zukunftsperspektiven für die deutsche Wirtschaft
Wird Deutschland im Jahr 2020 ein Land mit einer modernen Wirtschaft und abgesichertem Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten sein oder ein Land, dessen wichtigste Wirtschaftssektoren den internationalen Anschluss verloren haben?
Diese Frage bildet den Ausgangspunkt der aktuellen Studie "Deutschland 2020. Zukunftsperspektiven für die deutsche Wirtschaft". Auf Basis von Bottom-up-Analysen der wichtigsten Branchen hat McKinsey zwei Szenarien für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2020 formuliert.
Wird Deutschland im Jahr 2020 ein Land mit einer modernen Wirtschaft und abgesichertem Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten sein oder ein Land, dessen wichtigste Wirtschaftssektoren den internationalen Anschluss verloren haben?
Diese Frage bildet den Ausgangspunkt der Studie "Deutschland 2020. Zukunftsperspektiven für die deutsche Wirtschaft". Auf Basis von Bottom-up-Analysen der Branchen Automobil- und Maschinenbau, Chemie, Hightech, Banken, Versicherungen und Asset Management, Konsumgüter, Gesundheitswesen, Transport und Logistik, Telekommunikation sowie des öffentlichen Sektors hat McKinsey zwei Szenarien für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2020 formuliert. Das Fazit: Eine erhebliche Dynamisierung der Wirtschaft ist erforderlich, aber auch möglich. Wenn jetzt die Weichen auf unternehmerische Erneuerung und stärkeres Wachstum gestellt werden, ist eine positive Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft erreichbar.
Aus der täglichen Beratungsarbeit für Klienten in Deutschland und aller Welt weiß McKinsey, welche Faktoren in den verschiedensten Industrien Treiber der Wertschöpfung sind. Das McKinsey Global Institute (MGI) analysiert zudem seit Jahren die weltwirtschaftlichen Trends und Entwicklungen. Vor diesem Hintergrund ist die Studie Deutschland 2020 eine wirtschaftliche Perspektive, keine politische Agenda. Mit der Untersuchung möchte McKinsey einen Beitrag leisten zur Diskussion über die wirtschaftliche und damit letztlich auch gesellschaftliche Zukunft Deutschlands. Die Faktenbasis der Studie schafft eine Grundlage dafür, Klarheit über Unternehmens- und Industrieperspektiven zu erlangen und den notwendigen gesamtwirtschaftlichen Wandel voranzutreiben.
Denn ein Wachstum von 3 Prozent ist nach Analysen von McKinsey möglich aber auch erforderlich, um die gewohnten Lebens- und Sozialstandards zu halten. Nur dann können breite Schichten der Bevölkerung von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren und die finanzielle Sicherung der Sozialsysteme gewährleistet werden. Bei weniger Wachstum hingegen gerät die Mittelschicht weiter unter Druck, da die wirtschaftliche Basis für den Wohlstand breiter Bevölkerungsteile entfällt.
Das deutsche Wachstumsmodell beruhte in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf Produktivitätsgewinnen. Dieses Konzept stößt aufgrund der neuen Erfordernisse an seine Grenzen. Ein Paradigmenwechsel ist daher notwendig, weg von Investitionen in bestehende Strukturen hin zu Wachstum durch Innovation. Darüber müssen Unternehmen die Chancen aus weltwirtschaftlichen Trends nutzen, damit Deutschland weiterhin ein Globalisierungsgewinner bleibt.
Gleichzeitig sind bessere Rahmenbedingungen notwendig, um die vorhandenen Wachstumspotenziale im Land zu erschließen. Zu den dringlichsten Aufgaben zählen eine Stärkung des Unternehmertums, ein verbesserter Zugang zum Kapitalmarkt, Strukturreformen an den Universitäten, ein Schließen von Qualifikationslücken am Arbeitsmarkt und die Sicherung von Chancengleichheit in der Bildung sowie gezielte Investitionen in die Infrastruktur.
Die Unterschiede durch mehr Wachstum wären für die gesamte Bevölkerung deutlich spürbar: Das mittlere Einkommen würde gegenüber 2006 real um über 40% – von 25.000 EUR pro Kopf auf rund 36.000 EUR im Jahr 2020 steigen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt würde sich entspannen, der Mangel an hoch qualifiziertem Fachpersonal wäre das vordringliche Problem. Insgesamt müssten mehr als 6 Millionen zusätzliche Beschäftigte mobilisiert werden. Dafür müssten ältere Arbeitnehmer länger und Frauen stärker am Erwerbsleben teilnehmen, junge Menschen schneller ihre Ausbildung beenden und Deutschland für in- und ausländische Spitzenkräfte attraktiver werden. Mit 700.000 Menschen ohne Job bleibt im 3-Prozent-Szenario zwar im Bereich der Geringqualifizierten immer noch eine deutliche Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Im dann stark gewachsenen Sektor haushaltsnaher Dienstleistungen und im Einzelhandel können jedoch auch Menschen ohne Berufsausbildung verstärkt Beschäftigung finden.
Wegen der gesunkenen Arbeitslosigkeit ist nach einer erfolgreichen Dynamisierung der Wirtschaft die Finanzierung der Sozialleistungen kein beherrschendes Thema mehr, zumal kapitalgedeckte Eigenvorsorge und Selbstverantwortung an Bedeutung gewinnen und die umlagefinanzierte Sozialversicherung ergänzen.
Auch bei einem solchermaßen stärkeren Wirtschaftswachstum lassen sich ehrgeizige Klimaziele verwirklichen: Deutschland kann die Treibhausgasemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um mehr als 25% senken. Zwar entstehen in einer dynamischeren Wirtschaft durch das gesteigerte Verkehrs- und Transportaufkommen und den wachsenden Energiebedarf der Industrie zusätzliche Emissionen. Gleichzeitig kann es aber gelingen, bei neuen Industrieanlagen ebenso wie bei Gebäuden im privaten und öffentlichen Sektor höchste Effizienzstandards zu etablieren.

Zentrale Ergebnisse der Studie "Deutschland 2020"
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Ein nachhaltiges Wachstum in Deutschland erfordert die Bereitschaft und Fähigkeit zur Erneuerung. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden.
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Durch eine starke Stellung in den traditionellen Schlüsselbranchen und durch Spitzenpositionen in den wichtigen Zukunftsmärkten kann das mittlere Einkommen bis 2020 um mehr als 40% steigen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um die demografische Herausforderung zu meistern.
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Deutschland ist ein Gewinner der Globalisierung. Umweltschutz und Klimawandel, demografische Entwicklung und technologische Transformation sind globale Trends, die zugleich Chancen eröffnen.
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Eine zurückgehende Beschäftigung und die verpasste Erneuerung der wirtschaftlichen Strukturen haben die Entwicklung in Deutschland in den vergangenen beiden Jahrzehnten gebremst. Dieser Trend kann aber umgekehrt werden.
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Die Industrie wird ihre herausragende Rolle in Deutschland behaupten. Wichtig sind aber auch die signifikanten Wachstumspotenziale im Dienstleistungssektor und die Erneuerung der Infrastruktur.
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Unternehmensnahe, handwerkliche oder haushaltsnahe Dienstleistungen: Wird ein für Anbieter wie Nachfrager gleichermaßen attraktiver Rahmen geschaffen, können sie sich zu einem wichtigen Jobmotor der deutschen Wirtschaft entwickeln.
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Grundlegend verbesserte Rahmenbedingungen, eine neue Einstellung zum Unternehmertum sowie deutlich höhere Investitionen in Bildung und Infrastruktur schaffen die Voraussetzungen für eine dauerhafte Wachstumsdynamik.
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Mit modernen Instrumenten zur Unternehmensfinanzierung kann der Kapitalmarkt die wirtschaftliche Erneuerung beschleunigen und privaten Haushalten attraktivere Anlagemöglichkeiten, vor allem für das Alterssparen bieten.
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Die Universitäten müssen sich konsolidieren und klare Profile hervorbringen. Hierzu sind Rahmenbedingungen nötig, die Wettbewerb und Autonomie stärken. Rund 1 Mio. zusätzliche Akademiker werden bis 2020 benötigt. Gleichzeitig können regulative Hemmnisse die Chancen geringer qualifizierter Bürger verringern.
- Weltweit ist Deutschlands Infrastruktur bei Telekommunikation, Verkehr und Energie noch Spitze. Ohne massive Investitionen ist dieser Wettbewerbsvorteil in Gefahr.
- Deutschland steht am Anfang einer umfassenden Transformation, Chancen und Handlungsfelder sind skizziert. Nur mit einer breiten gesellschaftlichen Diskussion kann die notwendige Veränderung gelingen.
 Quelle: http://www.mckinsey.de/html/profil/initiativen/d2020.asp
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